Zusätzliche Laufwerke beim Start über fstab automatisch einbinden
Diese Anleitung beschreibt die Grundlagen der Verwendung der fstab-Datei in /etc/, um statische Laufwerke beim Hochfahren einzubinden. Sie erklärt kurz, wie du die UUID einer Partition oder eines Laufwerks findest, was einige Optionen bewirken und wo du weiterlesen kannst, falls die bereitgestellten Informationen nicht ausreichen.
Voraussetzungen
Abschnitt betitelt „Voraussetzungen“- Root- oder Sudo-Zugriff
Einträge zu /etc/fstab hinzufügen
Abschnitt betitelt „Einträge zu /etc/fstab hinzufügen“1. Liste die UUIDs deiner Partitionen auf
Abschnitt betitelt „1. Liste die UUIDs deiner Partitionen auf“lsblk -f# NAME FSTYPE FSVER LABEL UUID FSAVAIL FSUSE% MOUNTPOINTS# zram0 [SWAP]# nvme0n1# ├─nvme0n1p1 vfat FAT32 E04D-9F05# ├─nvme0n1p2# ├─nvme0n1p3 ntfs 08A24E90A24E81E4 715.4G 50%# ├─nvme0n1p4 vfat FAT32 E09C-D4DA 628.1M 39% /boot# ├─nvme0n1p5 ext4 1.0 187a9f06-9411-48d9-b941-f03c2e605812 203.6G 47% /# └─nvme0n1p6 ntfsIn unserem Beispiel wissen wir, dass wir eine Windows-Partition einbinden wollen, die ntfs ist. Wir wissen auch, dass etwa die Hälfte ihres Speichers frei ist. Daher können wir feststellen, dass die Partition, die wir einbinden wollen, nvme0n1p3 ist und ihre UUID 08A24E90A24E81E4 lautet, mit dem Dateisystem ntfs in diesem Beispiel.
2. Identifiziere deine Partition
Abschnitt betitelt „2. Identifiziere deine Partition“Oft liefert lsblk -f an dieser Stelle bereits alle Informationen, die du brauchst, um deine Festplatte über /etc/fstab einzubinden. Wenn du dir immer noch unsicher bist, welche die richtige Partition ist, kannst du den folgenden Befehl ausführen:
sudo fdisk -l# Device Start End Sectors Size Type# /dev/nvme0n1p1 2048 206847 204800 100M EFI System# /dev/nvme0n1p2 206848 239615 32768 16M Microsoft reserved# /dev/nvme0n1p3 239616 2997384182 2997144567 1.4T Microsoft basic data# /dev/nvme0n1p4 2997385216 2999482367 2097152 1G EFI System# /dev/nvme0n1p5 2999482368 3905454079 905971712 432G Linux root (x86-64)# /dev/nvme0n1p6 3905454080 3907026943 1572864 768M Windows recovery environmentWir kennen unsere UUID in diesem Beispiel bereits. fdisk -l kann es uns aber noch etwas deutlicher machen, indem es die genaue Größe der Partition (1.4T) sowie ihren Typ (Microsoft basic data) anzeigt.
Das sollte uns überdeutlich machen, dass die gewünschte Partition nvme0n1p3 mit der UUID 08A24E90A24E81E4 ist, wie bereits beschrieben. Wir wussten es schon vorher, aber jetzt wissen wir es ganz sicher.
Sobald du dir sicher bist, die richtige Partition gefunden zu haben, kopiere die UUID. Das Kopieren aus dem Terminalemulator erfolgt normalerweise mit Strg+Umschalt+C.
3. Einen Eintrag zu /etc/fstab hinzufügen
Abschnitt betitelt „3. Einen Eintrag zu /etc/fstab hinzufügen“Jetzt, da wir die UUID unserer Partition haben, ist es an der Zeit, die fstab-Datei zu öffnen.
Du kannst gerne deinen Texteditor deiner Wahl verwenden. In diesem Beispiel werden wir nano benutzen. Um die fstab-Datei zu bearbeiten, muss sie als root geöffnet werden:
sudo nano /etc/fstabNavigiere mit den Pfeiltasten zum Ende der fstab-Datei und erstelle dann unseren neuen Eintrag in einer leeren neuen Zeile:
UUID=08A24E90A24E81E4 /media/windows ntfs3 defaults,nofail,uid=1000,gid=1000,rw,user,exec,umask=000 0 0Die Aufschlüsselung dieses Eintrags ist wie folgt:
-
UUID=08A24E90A24E81E4ist das Dateisystem, das wir einbinden wollen, identifiziert durch seine UUID. Es gibt andere Methoden, um dein Dateisystem zu identifizieren, obwohl UUID in der Regel die sicherste ist. Weitere Methoden sind hier aufgelistet. -
/media/windowsist der Einhängepunkt unseres Laufwerks. Der Linux Filesystem Hierarchy Standard besagt, dass/media/der richtige Ort ist, um Wechseldatenträger einzubinden.windowsgibt das Verzeichnis an, in das wir unser Laufwerk einbinden möchten. Jedes Laufwerk, das wir einbinden wollen, benötigt ein eigenes Verzeichnis. -
ntfs3ist der zu verwendende Dateisystemtyp. In unserem Beispiel verwenden wir explizit den ntfs3-Kerneltreiber. Andere Beispiele wärenext4,xfsoder Ähnliches. Diese explizite Angabe des Dateisystemtyps kann durchautoersetzt werden, damit der mount-Befehl seine beste Vermutung anstellen kann. -
defaults,nofail,uid=1000,gid=1000,rw,user,exec,umask=000: Das sind die Einhängeoptionen:-
defaults: ein Standardsatz von Optionen, einschließlichrw, suid, dev, exec, auto, nouser und async. -
nofail: ermöglicht es dem Bootvorgang, auch dann fortzufahren, wenn dieses Einhängen fehlschlägt. -
uid=1000undgid=1000: setzt den Benutzer- und Gruppenbesitz der eingebundenen Dateien auf den Benutzer und die Gruppe mit der ID 1000. -
rw: bindet das Dateisystem als Lese-/Schreibzugriff ein. -
user: erlaubt einem Nicht-Root-Benutzer, das Dateisystem einzubinden. -
exec: erlaubt die Ausführung von Binärdateien auf dem eingebundenen Dateisystem. -
umask=000: setzt die Dateiberechtigungsmaske, um Lese-, Schreib- und Ausführungsrechte für alle zu erlauben. -
die erste 0(dump) ist in modernen Systemen typischerweise veraltet. Dies auf 0 zu lassen, schadet nicht. Du kannst gerne mehr darüber hier lesen. -
die zweite 0legt die Reihenfolge für Dateisystemprüfungen beim Booten fest. Für eine Root-Partition sollte dies 1 sein, es sei denn, dein Root-Dateisystem ist btrfs, das ansonsten auf 0 gesetzt werden sollte. Alle anderen Dateisysteme in deiner fstab sollten entweder 0 (deaktiviert) oder 2 sein. Mehr Informationen hier.
-
Für einen detaillierteren Einblick in jede Option, besuche diese beiden Seiten: fstab man page und mount man page
Mehr Infos
Abschnitt betitelt „Mehr Infos“Nebenbei bemerkt sind alle Optionen nach der Angabe des Dateisystemtyps optional, wenn du sie nicht vom Standard abänderst.
Somit sind
UUID=<Partitions-UUID> /media/foo somefs
und
UUID=<Partitions-UUID> /media/foo somefs defaults 0 0
gleichwertig. somefs, gefolgt von nichts, bedeutet implizit somefs defaults 0 0
4. Abschluss
Abschnitt betitelt „4. Abschluss“Wenn du das Laufwerk, für das du einen Eintrag erstellt hast, jetzt einbinden möchtest, musst du Folgendes ausführen:
sudo systemctl daemon-reloadund dann:
sudo mount -aDein Laufwerk sollte nun unter /media/windows erscheinen und wird dort bei jedem Neustart wieder auftauchen.
ls /media/windows# '$Recycle.Bin' Linux SteamLibrary# AMD Modding swapfile.sys# Apps pagefile.sys 'System Volume Information'# bootTel.dat PerfLogs Users# Development ProgramData WiiU# 'Documents and Settings' 'Program Files' Windows# DumpStack.log.tmp 'Program Files (x86)' XboxGames# FanControl Recovery xiv_modding# Games RetroArch-Win64# Intel 'Ship of Harkinian'Wenn du einen Link zu deinem neu eingebundenen Laufwerk in deinem Home-Verzeichnis erstellen möchtest, kannst du Folgendes ausführen:
ln -s /media/windows ~/WindowsUm zu zeigen, dass es funktioniert hat:
ls ~/Windows# '$Recycle.Bin' Linux SteamLibrary# AMD Modding swapfile.sys# Apps pagefile.sys 'System Volume Information'# bootTel.dat PerfLogs Users# Development ProgramData WiiU#'Documents and Settings' 'Program Files' Windows# DumpStack.log.tmp 'Program Files (x86)' XboxGames# FanControl Recovery xiv_modding# Games RetroArch-Win64# Intel 'Ship of Harkinian'- Finde die UUID deiner Partition
lsblk -f- Öffne
/etc/fstab
sudo nano /etc/fstab- Erstelle einen Eintrag am Ende der Datei
UUID=<Partitions-UUID> /media/foo somefs defaults 0 0Ersetze dabei <Partitions-UUID>, foo und somefs durch deine UUID, dein Verzeichnis und dein Dateisystem (z.B. ext4) und lege alle weiteren Optionen fest, die du nach defaults haben möchtest, wie z.B. _netdev für ein NAS oder nofail für jedes nicht-kritische Laufwerk.
- Lade deinen Daemon neu
sudo systemctl daemon-reload- Binde dein Laufwerk ein
sudo mount -aDieses Laufwerk ist jetzt eingebunden und wird von nun an auch beim Start eingebunden.